Wir sind eine Frühchenfamilie und leben im schönen Hotzenwald.

Hänner, so heißt der Ort in dem wir wohnen liegt 6 km vor der Schweizer Grenze. Es zählt ca. 1.200 Einwohner und bietet einen wundervollen Blick auf die Schweizer Alpen. Wir fühlen uns hier sehr wohl.

 Im Jahre 2006 wurde unsere Tochter Leonie als Frühchen mit 650 Gramm geboren. Sie kam in der 26. SSW aufgrund eines HELLP-Syndroms völlig unerwartet zur Welt. Eine Hand voll Frühchen kämpfte um Ihr Überleben. Es begann eine Zeit mit vielen Ängsten und Sorgen in einer neuen Welt. Umgeben von vielen Apparaturen, fremden Menschen und dem Gefühl der Ungewissheit. Was für einen Weg mussten wir gehen. Würde unsere Leonie überleben?

Doch es gab auch die Hoffnung, die Liebe und der Zusammenhalt. Wir fanden Kraft und Stärke um den Weg zu beschreiten. Oft müssen wir unerwartet Wege im Leben beschreiten, die wir nicht kennen. Vielleicht auch nicht gehen wollen. Aber ein Schicksal ereilt uns, wird uns auferlegt und man hat nicht unbedingt eine Wahl. Man geht den Weg ins Ungewisse, ins Zeitlose, weil in dieser neuen fremden Welt ein winzig keines Menschlein lebt, das man liebt. Für das man betet, hofft und mit dem man sein Leben teilen möchte.

 Die Tage, Wochen und Monate vergingen. Leonie durfte nach Hause.

Doch auch zuhause konnten wir kein „normales“ Familienleben führen. Der Terminkalender war gefüllt mit Klinkbesuchen, Arztterminen, Krankengymnastik etc. Es war eine Zeit, in der man funktionierte und die an einem vorüber eilte.

Das Schicksal, mein Kind als Frühchen auf die Welt gebracht zu haben, plagte mich für eine lange Zeit. Ein Jahr zuvor hatten wir unser erstes Kind durch eine Fehlgeburt verloren und auch dies konnte ich nicht so einfach vergessen.

 

Darum suchte ich den Weg zur Verarbeitung. Ich wollte einfach nur mit meinem Inneren ins Reine kommen um für meine Tochter Leonie da sein zu können. Ohne Belastung, ohne Schuldgefühle. So fing ich an zu schreiben. Wort für Wort, Zeile für Zeile. Ich schrieb meine Gedanken und Gefühle, die in mir waren nieder. Es vergingen wieder Tage, Wochen und Monate. Es war keine leichte Aufgabe für mich. Denn ich erlebte alles ein weiteres mal. Doch um ein Schicksal annehmen und verarbeiten zu können, muss man lernen es zu verstehen. Nur so verschwinden die Fragen nach dem Warum und Weshalb!

Dieser Weg, den ich anfing zu beschreiten brachte mir die Idee, unser Schicksal in einem Buch zu verarbeiten. Ein Buch für unsere Tochter Leonie. Und so sollte mein Buch

„ Eine Hand voll Frühchen oder Was sind 650 Gramm“ für unsere Tochter den Anfang finden.

Für mich persönlich war es der Weg zur Klärung, Einsicht und eine Art Selbsttherapie. Meinem Mann Martin zeigte es vieles auf, worüber wir während er Klinikzeit oder auch zuhause einfach nicht die Zeit oder den Mut zum Gespräch gefunden hatten. Es schweißte uns als Familie noch näher zusammen. Für Leonie ist es später einmal ein Blick in ihr Leben. Das so schwer seinen Anfang nahm und zum Glück ein gutes Ende fand.

Unser Ziel ist es anderen Frühchenfamilien eine Hilfe, eine Stütze anbieten zu können. Vielleicht auch zu zeigen wie viel Kraft, welch starken Zusammenhalt eine Familie in so manch schwieriger Situation entwickeln kann. Es ist doch ein schönes Gefühl zu wissen, dass man mit seinem Schicksal nicht alleine steht, sondern es Menschen gibt, die Verständnis dafür haben. Die Gefühle nachempfinden können, wenn auch nicht alle.

 Wir möchten aber auch anderen Menschen die Geschichte eines Frühchens näher bringen. Um zu zeigen, welchen Lebenswillen so ein Frühchen prägt, wie es kämpft und sich entwickeln kann. Vor Jahren hätte so ein „kleines Menschlein“ nie die Chance erhalten, die große Welt für sich entdecken zu können. 

Mein Buch „Eine Hand voll Frühchen oder Was sind 650 Gramm“ ist im Februar 2009 im Mächler Verlag erschienen. Ich konnte die Schwenninger BKK als Sponsor gewinnen und die Universitätsklinik Freiburg sowie auch der Bromerhof (Frühchenkurklinik) im Argenbühl können das Buch als eine Art Therapiemittel in ihrem Klinikalltag verwenden.

Gemeinsam mit dem Frühchenverein Freiburg veranstalte ich auch Buchvorstellungen/Lesungen und Spendenaufrufe um betroffene Eltern in der Universitätsklinik Freiburg, aber auch zu hause unterstützen zu können. Da ich in Freiburg i.Brg. geboren und viele Jahre in Emmendingen gelebt habe bzw. noch immer oft in Emmendingen bei meiner Familie bin, konnten wir gemeinsame Aktionen ins Leben rufen. 

Sollte Interesse an einer Buchvorstellung, Lesung oder Spendenaktion bestehen, hier ist unsere Adresse 

Mein persönlicher Traum wäre es, bei uns zu hause eine Übernachtungsmöglichkeit für Frühchenfamilien anbieten zu können. Platz dafür hätten wir genug, doch die finanziellen Mittel fehlen. Vielleicht finden sich Menschen, die sich dafür engagieren möchten und uns bei dem Vorhaben unterstützen können. Was wäre das Leben schon ohne Träume. 

Gerne freuen wir uns über eine Nachricht. 

Danke, dass Ihr unsere Homepage besucht habt.

 Es grüssen Euch ganz herzlich aus dem wunderschönen Hotzenwald Leonie, Claudia und Martin

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Familie Kühne(1)
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(Bilder zum vergrößern bitte anklicken)